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Das Casino in poetischer Form

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Das Casino als Handlungsort der Poesie

Wer sich nicht vorstellen kann, wie die Poesie mit dem Casino zu vereinbaren ist, der wird sich wundern, inwiefern sich Spieler und Spielerinnen, beziehungsweise die Erfahrungen jener im Casino, in Gedichten im Netz widerspiegeln. Die Welt der Spielhallen, die so überladen ist mit Ikonografie und so den Bezug zur Realität hinter sich lässt, bietet viel Spielraum, um in der Kunstform Gedicht aufgegriffen zu werden. Dabei ist es kaum verwunderlich, dass hier auch die Hassliebe zum Casino thematisiert und verarbeitet wird.

Das Casino als Mikrokosmos

Im Takt erklingt der einarmige Bandit, betritt man das Casino. Das schwummrige Licht der Lampen lässt die leuchtenden Automaten, die stets ihre Töne spielen, im Rampenlicht erstrahlen. Wie der immer wiederkehrende Ablauf der Töne erinnert die Kunstform Gedicht mit seinem rhytmischen Takt an einen Spielautmoten. Fast schon wie in Trance kann man seine Melodie vorhersagen. Das Casino bietet als eine Art Mikrokosmos die Möglichkeit, sich künstlerisch zu entfalten, diesen fensterlosen Raum auf sich wirken zu lassen, in dem die Zeit nicht mehr so bedeutungsvoll erscheint.

Schauplatz der Symbole

Die Symbole der einzelnen Slots werden zum bildhaften Ausdruck für die Welt des Casinos. Nostalgische Früchte oder Zahlen aus den Anfängen der Spieleautomaten sind heute noch ein gern verwendetes Symbol. Sie erinnern an eine längst vergessene Zeit und geben Aufschluss darüber, inwiefern die Bilder in den Köpfen der Spieler und die Konfrontation mit ihnen sich manchmal täglich ereignet haben könnte. Der Schauplatz, an den Spieler fortwährend zurückkehren, um sich berauschen zu lassen, ist für manche ein Rückzugsort fernab des Alltags.

Das Gedicht schafft Raum

Das Gedicht zu wählen, um sich auf künstlerische Art und Weise an dieses Thema, das für einige nicht sehr viel Ansehen genießt, zu wagen, mag ein Widerspruch in sich sein. Doch tatsächlich ist für manche diese Form des Ausdrucks essentiell für die Verarbeitung seiner oder ihrer Realität. Auf englischsprachigen Webseiten findet man unzählige Gedichte, die die Erfahrungen einzelner Personen beschreiben. Dort werden nicht nur positive Erlebnisse beschrieben, sondern auch die negativen Geschichten in poetischer Form zum Ausdruck gebracht. Sich einen Verlust von hohen Geldbeträgen zu erklären ist nicht immer einfach. Das Gedicht hilft an dieser Stelle, sich den Missstand zu erklären. Wie schon zuvor erwähnt ist Kunst meist behilflich, sich entsprechend begreiflich zu machen, wie die reale Welt auf die eine oder andere Person wirkt.

Popkultur macht die Erfahrung begreiflicher

Um auch andere an dieser Erfahrung teilhaben zu lassen, werden die Gedichte im Internet publiziert und als eine Art kunstvoller Erfahrungsbericht an die Leser weitergegeben. Dies führt nicht nur zu einem regen Austausch an Gedichten, sondern auch zu einer individuellen Einordnung seiner oder ihrer Beobachtungen. Joyce Sutphen schreibt in seinem Gedicht “Casino” von seinen persönlichen Erfahrungen; ob seine Leser sich mit dem Gedicht identifizieren können, ist nicht klar. Die Reichweite lässt jedoch darauf schließen, dass es eine beeindruckende Anzahl an Lesern begeistert hat. Alles in allem lassen sich auch Gedichte als ein Medium der heutigen Popkultur ansehen. Sie gewinnen zunehmend an Ansehen und sind eine interessante Art, seine Realität zu erklären.